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Der Text auf dieser Seite basiert auf dem Artikel "Lauenau" der deutschsprachigen Wikipedia. Wir danken den beteiligten Autoren.
Brauerei und Gastronomie - seit 1861.
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"Flecken" ist eine Bezeichnung für eine kleinere, aber lokal bedeutende Ansiedlung. Häufig wird bzw. wurde eine so genannte "Minderstadt" als Flecken bezeichnet. Heute gibt es in mehreren deutschen Bundesländern und in Österreich Orte, die sich offiziell Flecken nennen - Lauenau ist einer davon.
Der Flecken Lauenau ist eine Gemeinde im Landkreis Schaumburg in Niedersachsen. Lauenau hat ca. 4.000 Einwohner und gehört heute zur Samtgemeinde Rodenberg.
In Lauenau wird von der Brauerei Rupp-Bräu seit 1861 Bier gebraut, zunächst in der alten Brauerei am Ratskeller, seit ca. 1900 im Brauhaus Felsenkeller an der Feggendorfer Strasse.
Lauenau liegt im Deister-Sünteltal am Deister, etwa 25 km südwestlich von Hannover. Mit der Bundesstraße 442 und der Autobahn 2 (Anschlussstelle Lauenau) gibt es günstige Verbindungen nach Hameln und Hannover. Die Rodenberger Aue und der Mühlenbach durchfließen den Ort.
Lauenau grenzt im Süden an die benachbarten Gemeinden Hülsede und Messenkamp, im Südwesten befindet sich die Gemeinde Pohle, im Nordwesten Apelern. Etwas weiter entfernt befinden sich im Norden die Stadt Rodenberg sowie im Nordosten -hinter dem Deister- die Stadt Barsinghausen.
In manchen Urkunden kommen die Namen Schwedesdorf und Lauenau nebeneinander vor. Der Name Lauenau stammt aus späterer Zeit und bezieht sich auf die vom Welfenherzog Heinrich dem Löwen um 1190 errichtete Burg, die später als Gerichtsstätte diente = Law (Gericht) an der Aue. Mit Schwedesdorf war das ursprüngliche Dorf gemeint, das 1059 erstmals urkundlich erwähnt wird. Es leitet sich vom plattdeutschen Wort Schwad oder Schwed ab, was der Bedeutung einer langen Linie entspricht. Schwedesdorf war also ein Grenzdorf.
Der Flecken Lauenau gehörte ursprünglich zur Grafschaft Schaumburg. Nachdem dessen Herrscher bei einer Versammlung im Laufe des Dreißigjährigen Krieges vergiftet wurde, war die Linie ausgelöscht und die Grafschaft wurde 1640 geteilt. Lauenau wurde dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg zugeschlagen, aus dem später das Königreich Hannover entstand. Durch die Niederlage des Königreichs im Deutschen Krieg 1866 wurde Lauenau Teil der preußischen Provinz Hannover.
Durch einen Großbrand wurde Lauenau im Dezember 1682 fast völlig zerstört. Während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) war der Ort von den Franzosen besetzt.
1884 wurde Lauenau Teil des neu gebildeten Landkreises Springe. Zwei Jahre nach der Bildung der Samtgemeinde Lauenau erfolgte durch die Gebiets- und Verwaltungsreform im Jahr 1974 die Eingliederung Lauenaus in die neu geschaffene Samtgemeinde Rodenberg.
In jüngerer Vergangenheit war Lauenau ein Schwerpunkt der Stuhl- und Möbelindustrie Niedersachsens. Hier ist besonders die Schulmöbelfabrik Casala zu nennen. Dank des hohen Erholungs- und Wohnwertes der Umgebung und der günstigen Lage an der A2 vor den Toren Hannovers gehört Lauenau heute zu den expandierenden Gemeinden der Region.
Das Schloss Lauenau ist ein ehemaliges Wasserschloss in Lauenau in Niedersachsen, das im 16. Jahrhundert im Baustil der Weserrenaissance auf den Resten einer Wasserburg aus dem 12. Jahrhundert errichtet wurde.
Um 1190 ließ Herzog Heinrich der Löwe nach seiner Rückkehr von einem Kreuzzug die Burg Lauenau als Wasserburg errichten. Sie diente als Grenzfeste gegen die Schaumburger Grafen, die während seiner Abwesenheit seine Ländereien vereinnahmt hatten. Er verjagte die Schaumburger mit seinen Söhnen und etablierte die Burg, die auch bald zur herzoglichen Gerichtsstätte wurde. 1307 wurde die Burg erstmals urkundlich erwähnt. Die Welfen verpfändeten die Burg weiter an Burgmannen und auf diese Weise kam sie 1331 an Graf Adolf von Schaumburg. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Burg bis 1512 regelmäßig von den Braunschweiger Herzögen an Burgmannen verpfändet. Dabei gab es häufiger Konflikte um die Pfandhöhe und die politische Gesinnung der Pfandinhaber. 1512 wechselte der Burgbesitz von den Schaumburger Grafen zurück zu den Welfen. Während der Hildesheimer Stiftsfehde wurde die Burg vom schaumburgischen Feldobersten Ludolf von Münchhausen belagert. Die Burgbesatzung ergab sich gegen freien Abzug. Die Schaumburger zerstörten die Burg bis auf die Grundmauern, damit sie nicht erneut gegen sie eingesetzt werden konnte.
Den Wiederaufbau ließ Graf Otto IV. von Schaumburg und Holstein von 1565 bis 1572 vornehmen. Dabei entstand auf den Grundmauern der Wasserburg ein Wasserschloss im Stil der Weserrenaissance. Es wurde zweigeschossig als Vierflügelanlage errichtet. Der geschlossene Innenhof maß 21 x 18 m. Das Schloss war von drei Seiten von einem Wassergraben umgeben, der auf dem Merian-Stich von 1654 erkennbar ist. Der Westflügel der Anlage war der Wohnbau, der einen Keller mit Kreuzgewölbe aufwies. Im Ostflügel wurde ein Festsaal eingerichtet.
1694 und 1695 wurde Prinzessin Sophie Dorothee als Ehefrau von Georg Ludwig von Hannover drei Monate lang auf Schloss Lauenau festgehalten. In dieser Zeit fand ihr Scheidungsprozesses wegen eines nachgesagten Liebesverhältnisses zu Graf Philipp Christoph von Königsmarck statt, nach dem sie auf Schloss Ahlden verbannt wurde.
1727 erhielt die Schlossanlage seitliche Stützpfeiler, da die auf Eichenpfähle gegründeten Fundamente durch die Gebäudelast beschädigt waren.
Bis 1852 hatte das Amt Lauenau seinen Sitz im Schloss. 1866 wurden das Schloss mit seiner landwirtschaftlichen Domäne von Preußen verstaatlicht und verpachtet. Um 1950 kam die Schlossanlage in Privatbesitz. Verkaufsabsichten der Anlage scheitern 1991. Es bestehen Planungen, den ehemals zur Schlossanlage gehörenden landwirtschaftlichen Hof abzureißen und Neubauten zu errichten. Das Schloss ist heute vermietet und befindet sich in einem renovierungsbedürftigen Zustand.
Bereits 1377 wurde die weiße Linie des Adelsgeschlechts Münchhausen von den Schaumburger Grafen mit dem halben Zehnten zu Schwedesdorf belehnt, zeitgleich mit drei Höfen in Apelern. Dieses freie Burglehn in der Vorburg zu Lauenau diente, wie bei anderen Burgmannen auf dem Amtsschloss auch, zu ihrer Versorgung. 1594 teilten sich drei Brüder das Erbe auf: Claus erhielt Apelern und Nienfeld, Otto Lauenau und Ludolf das von der Mutter Heilwig Büschen herrührende Erbe in Hessisch Oldendorf und Remeringhausen.
Otto von Münchhausen, seit 1583 Drost auf dem Amtsschloss, begann 1596 mit der Errichtung eines eigenen Schlosses Schwedesdorf in unmittelbarer Nachbarschaft. Als Baumeister gilt der Hamelner Johann Hundertossen. Im Jahr 1600 wurde der Bau fertiggestellt, seitdem ziert die Inschrift „Otto von Munnichhusen, Anno domini 1600“ einen Wappenstein. Einige Jahre später entstand ein sechseckiger Treppenturm. (1892 wurden Erker und Giebel angepasst und mit einer steinernen Inschrift versehen, die auch im Familienwappen der Münchhausens zu finden ist: „Mine Borg is God.“) Otto konnte sich seines neuen Hauses jedoch nicht lange erfreuen, denn bereits 1601 starb er an einer Duellwunde, die er sich bei einer Hochzeit zugezogen hatte. Der Dichter Börries von Münchhausen hat dieses Ereignis in seiner Ballade Die Hochzeit festgehalten.
In neuerer Zeit diente das Schloss Schwedesdorf als Alterssitz von Annemarie und Adelbert Hubertus von Münchhausen, die von ihrem Gut Groß Vahlberg bei Wolfenbüttel nach Lauenau übersiedelten.
1536 wurde Lauenau durch den Grafen von Schaumburg zum Marktflecken erhoben. Lauenau hatte nun das Recht, dreimal im Jahr einen Markt abzuhalten, eigenes Bier zu brauen und eine niedere Gerichtsbarkeit einzusetzen. Das einst verwendete Schaumburger Siegel war "LNA" mit dem Nesselblatt und der Jahreszahl "1572" (älteste Abbildung eines Siegels). Damit war der Flecken Lauenau Städten faktisch gleichgestellt.
Bauwerke
Parks und Naturdenkmäler
Lauenau besitzt einen kleinen Volkspark mit altem Baumbestand. Dort steht auch die größte und älteste Süntel-Buche der Region.
Sport
Der größte Lauenauer Sportverein SV Victoria Lauenau verfügt an der Aue über den „Victoria-Sportpark“ mit einem Fußballplatz, drei Tennisplätzen und einer Leichtathletikanlage. Die 2004 fertiggestellte „Victoria-Arena“ und das „Victoria-Dojo“, eine Kampfsporthalle mit 550 m² Mattenfläche, ergänzen das Vereinsangebot. Mit rund 1.500 Mitgliedern ist Victoria Lauenau der viertgrößte Sportverein Schaumburgs.
Ein weiterer Sportverein ist der Leichtathletik Club Lauenau (LCL). Der Verein wurde 1977 gegründet und hat mittlerweile über 300 Mitglieder.
Die DLRG Lauenau ist seit 1966 aktiv. Die DLRG trainiert im Sommer im Lauenauer Mineralbad und im Winter im Hallenbad in Bad Nenndorf.
Einer der jüngsten Vereine in Lauenau ist der Boule Club Lauenau (BCL), gegründet im Jahr 2006. Dem BCL stehen vier Outdoor-Boulebahnen am Bürgerhaus und seit der Einweihung der Veranstaltungshalle „Sägewerk“ im Gewerbepark die ersten und einzigen drei Indoor-Boulebahnen im Schaumburger Land zur Verfügung.
Regelmäßige Veranstaltungen
Viele Veranstaltungen konzentrieren sich auf den Gewerbepark als kulturelles Zentrum Lauenaus.



